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Diagnostik und Therapie des Schwangerschaftsdiabetes

Für diese Therapieform konnten sich die WHO und die nationalen Diabetes-Gesellschaften noch nicht auf einheitliche Diagnosekriterien einigen. Weltweit läuft zur Klärung dieser Frage eine Studie, mit deren Ergebnissen man 2007 rechnen kann. Man geht davon aus, dass 90% der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes in Deutschland nicht diagnostiziert und damit nicht behandelt werden. Das liegt sicher auch daran, dass ein generelles Screening in die Mutterschaftsvorsorge bisher nicht aufgenommen ist. Darum bemühen sich derzeit die Deutsche Diabetesgesellschaft und die Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Die Diagnose wird in der Regel durch einen "Zuckerbelastungstest" gestellt. Vorgeschaltet wird häufig noch ein sog. Screening-Test, der nur 50g Glukose enthält, zu jeder Tageszeit durchgeführt werden kann und nur einen Wert eine Stunde nach Trinken dieser Zuckerlösung bestimmt. Ist dieser Test nicht normal, muss zur eindeutigen Diagnose der ausführliche Test (oraler Glukosetoleranztest=OGTT, 75g Glukose) erfolgen. Nach den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Schwangerschaft der Deutschen Diabetesgesellschaft werden als Grenzwerte eines normalen Glukosebelastungstests im kapillären (aus der Fingerbeere gewonnenes) Vollblut ein Nüchternwert unter 90 mg/dl, ein 1-Stundenwert unter 180 mg/dl und ein 2-Stundenwert unter 155 mg/dl empfohlen. Dieser Test sollte im frühen letzten Schwangerschaftsdrittel zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Bei Schwangeren, die ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes habe, sollte der Test bereits im 1. Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden. International sind unterschiedliche Grenzwerte im Gebrauch, das liegt wohl daran, dass sich bestehende höhere Grenzwerte eher an dem Risiko des Fortbestehens des Diabetes für die Mutter nach der Entbindung orientieren. Heute rücken aber mehr die möglichen Auswirkungen auf das Kind ins Zentrum der Überlegungen.

Derzeitige Einstellungsziele (kapilläres Vollblut) sind: Nüchtern und vor der Mahlzeit: 90 mg/dl, 1 Stunde nach Beginn der Mahlzeit: 140 mg/dl. Wurde ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert, steht am Anfang eine Ernährungsberatung und Ernährungsumstellung. Parallel dazu erfolgt die Blutzuckerselbstkontrolle. Werden die Einstellungsziele mit einer Ernährungsumstellung nicht erreicht, muss mit Insulin begonnen werden. Eine Behandlung mit blutzuckersenkenden Tabletten ist in der Schwangerschaft in Deutschland nicht erlaubt.

Man geht davon aus, dass ca. jede 2. Frau mit Schwangerschaftsdiabetes innerhalb der nächsten 10 Jahre einen Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt, ca. 10% behalten den Diabetes unmittelbar nach der Schwangerschaft. Deshalb wird empfohlen, einen Zuckerbelastungstest 6 bis 12 Wochen nach der Entbindung durchzuführen. Bei normalem Ergebnis sollte er alle 2 Jahre wiederholt werden. Durch einen Eintrag in das Kinderheft sollte der Kinderarzt darüber informiert werden, dass bei der Mutter des Kindes ein Schwangerschaftsdiabetes vorlag und das Kind somit ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und Diabetes hat.

  1. Schwangerschaft und Diabetes
  2. Komplikationen für eine Diabetikerin in der Schwangerschaft
  3. Komplikationen für das Kind
  4. Betreuung von Schwangeren mit Typ-1-Diabetes
  5. Diagnostik und Therapie des Schwangerschaftsdiabetes

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