Kindliche Komplikationen bei diabetischer Schwangerschaft
Die Folgen des Diabetes für das Kind leiten sich aus dem übermäßigen Glukoseangebot ab, welches zu einem starken Wachstum der insulinproduzierenden Zellen der kindlichen Bauchspeicheldrüse und damit zu überhöhten Insulinspiegeln im kindlichen Blut führt.
Die Probleme beim Kind lassen sich in Komplikationen während der Schwangerschaft, unter der Entbindung und in Langzeiteffekte unterteilen. Komplikationen in der Schwangerschaft sind Fehlbildungen, Fruchttod und Frühgeburt. Da Fehlbildungen vom Grad der Überzuckerung zum Zeitpunkt der Empfängnis anhängen und ein Schwangerschaftsdiabetes im allgemeinen erst im letzten Schwangerschaftsdrittel auftritt, sind sie vornehmlich ein Problem eines vorbestehenden Diabetes mellitus. Ein übermäßiges Wachstum des Feten kann zu Geburtsverletzungen führen. Eine Reifestörung der Lunge und Leber kann Anpassungsstörungen wie Atemnot oder eine Gelbsucht nach sich ziehen. Die erhöhten Insulinspiegel im kindlichen Blut können nach der Entbindung zu einer Unterzuckerung beim Kind führen. Diese Kinder neigen offenbar bereits im Schulalter zu Übergewicht und zu einer Störung im Zuckerstoffwechsel.
Oft beschäftigt die Eltern die Frage nach der Vererbung des Diabetes. Haben beide Eltern einen Typ-1 Diabetes, liegt das Erkrankungsrisiko für das Kind bei ca. 20-40%. Hat nur der Vater einen Typ-1 Diabetes, liegt das Risiko bei ca. 5-7%, bei diabetischen Müttern (Typ 1) bei ca. 1-3%. Diabetes mellitus Typ 2 ist viel stärker erblich bedingt als der Diabetes mellitus Typ 1. Bei einem Kind von einer Vater oder Mutter mit Diabetes mellitus Typ 2 beträgt das Risiko für eine spätere Erkrankung bis zu 50%.
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